Die Zahnklinik der AOK Rheinland/Hamburg

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Die Zahnklinik wurde am 01.07.1910 als „Zahnärztliches Institut“ eröffnet. Dahinter stand ein fortschrittlicher Gedanke. Der erste Institutsleiter, Privatdozent Dr. Paul F. K. Reich, sah den Auftrag der Zahnklinik darin, „nicht erst dann einzugreifen, wenn der Zahn krank ist, sondern alles dafür zu tun, ihn gesund zu erhalten“.

An dieser Philosophie hält die Zahnklinik auch heute fest, das Motto lautet heute: „Alles unter einem Dach – das gesamte Spektrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“.

Warum gründete die AOK eine eigene Zahnklinik?

Die Antwort liefert ein Zeitsprung zum Beginn des 20. Jahrhunderts: Zahnärzte gab es damals wenige. Zahlreich waren sogenannte Dentisten. Die Prophylaxe war noch nicht erfunden, Zahnzwischenräume eine unbekannte Dimension. Erst mit der Gründung zahnmedizinischer Fakultäten etablierte sich die Zahnheilkunde als medizinische Fachrichtung, Zahnärzte begannen zu praktizieren – allerdings nur sehr wenige. 1914 waren es gerade mal 4.500 approbierte Zahnärzte für das gesamte Kaiserreich.

1910 entschied sich der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse zur Gründung eines eigenen Institutes für die Versicherten, um Zahnkrankheiten angemessen behandeln zu können. So rückte der Gedanke an die Prävention von Zahnerkrankungen in den Vordergrund. Während der Weimarer Republik entstanden viele ähnliche Einrichtungen, wenig später verschwanden sie von der Bildfläche. Die AOK-Zahnklinik in Düsseldorf ist – neben den Zahnkliniken in Mainz, Ulm, Balingen und Reutlingen – eine der wenigen, die seit ihrer Gründung Bestand hat.

Das Konzept der Zahnklinik erweist sich heute als zukunftsfähig, sogar wegweisend. Der Trend der medizinischen Versorgung geht hin zu Verdichtung und Vernetzung. Die Zahnklinik ist dafür ein erprobtes Beispiel. Alle Leistungen werden in einem Hause angeboten: Zahnärzte, Kieferorthopäden und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen arbeiten hier Hand in Hand. Das bringt für die Patienten deutliche Vorteile: kurze Wege, keine Überweisung, schnelle Absprachen. Alle Fachabteilungen der Zahnklinik sind digital vernetzt, sodass Röntgenbilder und Behandlungsunterlagen allen Behandlern zugänglich sind.

Der Zahnklinik ist ein Mundhygienezentrum angeschlossen. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Vorsorge. Zähneputzen soll Spaß machen – am besten von klein auf. Regelmäßig sind Kindergartengruppen und Schulenklassen zu Besuch. Bei einem gemeinsamen Frühstück lernen sie, welche Speisen für die Zähne am gesündesten sind. Dann geht es in den Kariestunnel – das ist ein schwarzer Raum, in dem eine Spezialbeleuchtung vor einem Spiegel Zahnbelag sichtbar macht: Die sauberen Stellen der Zähne scheinen weiß, Unsauberkeiten und Beläge leuchten aber wie in einer Disco phosphorgelb auf. In Kleingruppen wird danach das Zähneputzen geübt, die Mitarbeiter des Mundhygienezentrums zeigen die richtige Technik. Und zum Abschluss des Ausflugs dürfen die Kinder dort „Zahnarzt und Patient“ spielen.